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Abstract

Vorhofflimmern
Atrial fibrillation

Vorhofflimmern stellt die häufigste anhaltende Rhythmusstörung dar. Die Inzidenz nimmt mit steigendem Lebensalter und zusätzlichen begleitenden Risikofaktoren zu. Zur Initiierung und Aufrechterhaltung der Rhythmusstörung tragen strukturelle Veränderungen der Vorhöfe und triggernde Mechanismen, insbesondere Extrasystolen aus dem Bereich der Pulmonalvenen bei. Vorhofflimmern ist mit einem deutlich erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert und erfordert in Abhängigkeit von den vorhandenen Risikofaktoren für thromboembolische Komplikationen eine orale Antikoagulation. Die Indikation hierfür lässt sich mittels Risikoscores wie dem CHADS2-Score ermitteln. Bei der Behandlung der Rhythmusstörung kann zwischen einer Frequenzkontrolle und einer Rhythmuskontrolle unterschieden werden. Bei der Frequenzkontrolle bleibt das Vorhofflimmern bestehen und es wird lediglich eine normofrequente Überleitung desselben angestrebt. Hierfür stehen unterschiedliche Medikamente und deren Kombinationen zur Verfügung. Rhythmuskontrolle hat zum Ziel, den Sinusrhythmus wieder herzustellen bzw. zu erhalten. Entscheidet man sich für eine rhythmuskontrollierende Therapie, können in erster Instanz antiarrhythmische Medikamente und bei deren Unwirksamkeit die kathetergeführte Ablation eingesetzt werden. Einen neuen Ansatz zum Erhalt des Sinusrhythmus stellt die begleitende sogenannte Upstreamtherapie mit Medikamenten, die das Renin- Angiotensin-Aldsteron-System blockieren,mit Statinen oder Omega-3-Fettsäuren dar.Antiarrhythmische Medikamente sollten aufgrund ihres proarrhythmogenen Potenzials nur unter regelmäßigen EKG-Kontrollen verabreicht werden. Die Katheterablation erfolgt mit dem Ziel, die Erregungsleitung zwischen Pulmonalvenen und Vorhofmyokard zu unterbrechen und damit die Auslösung der Arrhythmie durch Extrasystolen und atriale Salven zu verhindern. Insbesondere bei persistierendem Vorhofflimmern sind in vielen Fällen im Rahmen der Ablation auch deutlich komplexere interventionelle Ansätze notwendig, die eine Modifikation des strukturellen Substrates auf Vorhofebene zum Ziel haben.

Martin Huemer, Sascha Rolf, Leif-Hendrik Boldt, Abdul Parwani,Wilhelm Haverkamp
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Reviewer: Stephan Willems, Hamburg und Bernhard Zrenner, München

Huemer M. Vorhofflimmern CME Inn Med 2009; 2(1):28-42 publiziert 30.04.09 www.akademos.de/inn ©akademos Wissenschaftsverlag 2009 ISSN 1614-8541